Häufige Fragen

Breitband-Hochgeschwindigkeitsinternet

Was ist Breitband?

Unter "Breitband" fasst man schnelle Internetzugänge mit einer hohen Datenübertragungsrate zusammen. Da es diesbezüglich verschiedene Techniken gibt, dient "Breitband" als Sammelbegriff. Demgegenüber wird der langsame Internetzugang via Analog- oder ISDN-Modem als "Schmalband" bezeichnet.

Was bedeutet Glasfasernetz?

Das Glasfasernetz dient der Datenkommunikation- bzw. Übertragung. Mehrere Kabelsysteme bilden das Netzwerk.

Gibt es einen Anspruch auf einen Breitbandanschluss?

Nein, grundsätzlich gibt es keinen Anspruch, wie beispielsweise für einen Telefon-oder Stromanschluss.

Warum ist ein schnelleres Internet notwendig?

Die Datenmengen, die heute über das Internet verschickt werden, wachsen stetig. Cloud-Computing, Onlinevideotheken, TV in HDTV und 3D, Videokonferenzen oder große online backups sind nur einige Beispiele, die schon heute nur mit einer schnellen Verbindung gut genutzt werden können.

Wer ist Eigentümer und Auftraggeber des neuen Glasfasernetzes?

Die fünf Landkreise als Gesellschafter der Breitband Nordhessen GmbH werden die Eigentümer der passiven Infrastruktur. Der flächendeckende Ausbau des Hochgeschwindigkeitsinternets beruht auf der Initiative der fünf Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner. Auftraggeber ist die Breitband Nordhessen GmbH.

Welche Techniken gibt es?

Es gibt kabelgebundene und funkbasierte Breitbandtechnologien. Glasfaser bis zu den Kabelverzweigern (FTTC - Fiber to the curb) und Glasfaser bis in die Gebäude bzw. Wohnungen (FTTB - Fibre to the Building, FTTH - Fibre to the Home).

Wird das schnelle Internet über das Fernseh-Koaxkabel übertragen spricht man von DOCSIS (Internet über Kabelfernsehsysteme).

Bei funkbasierten Lösungen unterscheidet man zwischen UMTS mit seinen Optimierungen HSUPA / HSDPA oder der neuesten Generation dem LTE (Long Term Evolution).

Was sind bit-Übertragungsraten und wie kann ich meine aktuellen bit-Übertragungsraten herausfinden?

Die Geschwindigkeit Ihrer Internetverbindung können Sie kostenlos über zahlreiche Anbieter im Internet testen. Beispielsweise über http://www.initiative-netzqualitaet.de/zum-test/ oder http://www.speedtest.net/

Breitbandausbau auf Glasfaserbasis

Wann herrscht ein Marktversagen? Was ist ein „weißer Fleck“?

Aus beihilfe- und kommunalrechtlichen Gründen sind im Vorfeld des Ausbaus diverse Marktsondierungen und Markterkundungsverfahren durchgeführt worden. In diesen beihilferechtlich vorgeschriebenen Markterkundungsverfahren wurden alle Marktteilnehmer zur Erklärung aufgefordert, ob in den geplanten Ausbaugebieten bereits breitbandige Versorgungen hergestellt wurden bzw. ob diese innerhalb der nächsten Jahre durchgeführt werden. Das Ausbaugebiet erfasst demnach sogenannte weiße NGA-Flecken, d. h. solche Gebiete, für die in diesen Markterkundungen vor Projektstart weder Bestandsversorgungen noch geplante Erschließungen durch Telekommunikationsunternehmen gemeldet wurden. Es herrscht dort also ein Versagen des Marktes.

Was bedeutet eine „flächendeckende“ Versorgung?

Die Breitband Nordhessen GmbH setzt sich für den flächendeckenden Breitbandausbau auf Glasfaserbasis in Nordhessen ein. Auf Basis eines FTTC-Konzepts (Glasfaserausbau bis zum Kabelverzweiger) entsteht ein neues Hochgeschwindigkeitsnetz, das nicht nur eine zukunftsfähige Infrastruktur für die Region darstellt, sondern als wichtiger Standortfaktor auch den gesamten ländlichen Raum vernetzt und stärkt. Durch die Breitband Nordhessen GmbH werden Breitbandanschlüsse mit Geschwindigkeiten von mindestens 30 Megabit pro Sekunde und bis zu 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung gestellt. Nach Einsatz von VDSL-Vectoring durch den Netzbetreiber sind sogar bis zu 100 Mbit/s möglich.

Für eine flächendeckende Versorgung gemäß Projektdefinition müssen für mindestens 95 % der Haushalte Downloadraten von mindestens 30 Mbit/s erreicht werden (Definition nach Vorgaben der rechtlichen Richtlinien für den Breitbandausbau in Deutschland). Hierzu werden flächendeckend alle erschließbaren Kabelverzweiger im Ausbaugebiet der BNG an das neue Glasfasernetz angeschlossen.

Wie wird ein Glasfasernetz verlegt?

Glasfasern werden in Deutschland in der Regel unterirdisch verlegt. Hierbei unterscheidet man zwischen direkten erdverlegbaren Kabeln und Kabeln, die in sogenannte Leerrohre eingebracht werden.

Wo darf die Breitband Nordhessen GmbH ausbauen?

Nicht überall, denn die Breitband Nordhessen muss beim Ausbau insbesondere Regeln des Beihilfe- und des Kommunalrechts einhalten, schließlich wird der Ausbau der Infrastruktur mit öffentlichen Mitteln gefördert. Darum führte die Breitband Nordhessen GmbH (BNG) vor Beginn des Ausbaus mehrere Markterkundungsverfahren durch. So wurde festgestellt, dass in den einzelnen Stadt- oder Ortsteilen kein anderer Anbieter verbindlich das Netz ausbauen wollte. Entsprechend wurden diese Stadt- und Ortsteile in das Ausbaugebiet der BNG aufgenommen, um künftig eine gesicherte flächendeckende NGA-Versorgung bieten zu können. Im April 2015 bewilligte die EU-Kommission in Brüssel das Projekt aus beihilferechtlicher Sicht im Wege eines entsprechenden EU-Notifizierungsverfahrens - und legte somit das hiermit verbundene Ausbaugebiet fest.

Muss ich etwas am Gebäude tun, damit ich Breitband bekomme?

Bei dem FTTC-Ausbau werden für die Hauseinführung die bestehenden Kupferanbindungen (Telefonleitung) zwischen Kabelverzweiger der Telekom und dem Wohnhaus genutzt. Daher ist es nicht notwendig das Gebäude direkt anzuschließen.

Warum wird keine Glasfaser bis zum Haus gebaut?

Der Ausbau von Glasfaser bis in jedes Gebäude ist heute wirtschaftlich nicht tragbar. Eine Kompletterschließung laut Machbarkeitsstudie würde knapp 1 Mrd. € kosten. Es ist keine Amortisation in einer vernünftigen Projektlaufzeit möglich. Jedoch wird das regionale FTTC-Netz zukunftsfähig aufgebaut.

Mit welchen Geschwindigkeiten ist zu rechnen? Welche Bandbreiten sind für Bürgerinnen und Bürger erreichbar?

Nach erfolgtem Ausbau sind Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit pro Sekunde, mindestens aber 30Mbit pro Sekunde flächendeckend möglich. Für Unternehmen gibt es eigene Lösungen. Mit Einsatz der neuen "Vectoring" Technologie sind auch Zugangsbandbreiten von bis zu 100 Mbit/s im Downlink und bis zu 40 Mbit/s im Uplink möglich.

Ab wann ist in meinem Ort schnelles Internet verfügbar?

Mit einem Vorlauf von rund sechs Monaten wird die konkrete Versorgungsplanung für einzelne Orts- und Stadtteile möglich sein. Derzeit sind unter www.breitband-nordhessen.de die für einen Baubeginn bis Ende 2018 verbindlich geplanten Bauabschnitte einzusehen. Für alle Ortsteile, die nicht Teil der verbindlichen Planungen des bevorstehenden halben Jahres sind, bestehen unverbindliche Planungsausblicke für die Folgezeiträume bis 2019. Diese unverbindliche Ausbauplanung ist bewusst nicht Gegenstand einer Veröffentlichung, da sich noch witterungs- oder genehmigungsbedingte Ausbauverschiebungen ergeben können.

Nach Fertigstellung der passiven Infrastruktur in den einzelnen Ortsteilen durch die BNG bzw. Weigand Bau bedarf es für die Verfügbarkeit von Kundenanschlüssen im Anschluss noch der Installation der aktiven Technik (u.a. Strom, Kupferanbindung, Kundensaufschaltung etc.) in die Verteilerschränke durch die Netcom Kassel. Diese einzelnen Arbeitsschritte werden u.a. durch Dienstleister der NCK realisiert. Damit die jeweilige Teilregion hier letztlich mit dem Datensignal versorgt werden kann, muss sie zudem auch noch an den übergeordneten Versorgungsring des Kernnetzes angeschlossen werden. Die terminliche Verfügbarkeit des Internetdienstes bei den Kunden hängt insofern nach Netzerrichtung durch uns von den sich anschließenden Aktivitäten der Netcom Kassel ab. 

Die Netcom Kassel wird vor der Verfügbarkeit des Internetdienstes rechtzeitig die Vermarktung der Anschlüsse starten und Informationsveranstaltungen in Ihrem Ort durchführen. Auch hat die Netcom Kassel Produkte, um den Wechsel für Ihre Kunden durchzuführen. Grundsätzlich empfehlen wir keine kurzfristige Kündigung des bestehenden Vertrages.

Muss der bestehende Vertrag mit dem bisherigen Anbieter von Kommunikationsdienstleistungen gekündigt werden?

Wenn Bürger und Unternehmen das schnelle Internet in Anspruch nehmen wollen, müssen diese als Endkunden entsprechend handeln. Grundsätzlich empfehlen wir keine eigenständige Kündigung bestehender Verträge. Die Netcom Kassel wird rechtzeitig vor der Verfügbarkeit des Internetdienstes die Vermarktung der Anschlüsse starten und in jeder Kommune eine zentrale Informationsveranstaltung für Bürger und Gewerbebetriebe abhalten. Für die detaillierte Organisation dieser Veranstaltung wird ein Vertreter der Netcom Kassel vorab auf die Gemeinden zukommen. Um den Bürgern und Gewerbetreibenden den Anbieterwechsel so leicht wie möglich zu gestalten, hat die Netcom spezielle Produkte im Portfolio und übernimmt die notwendigen Formalien.

Kann der Bürger oder das Unternehmen bei dem bisherigen Anbieter bleiben und erhält trotzdem schnelles Internet?

Seitens der Netcom Kassel als „Hauptmieter“ des Netzes besteht eine sogenannte „Open Access“ Verpflichtung, über die auch anderen Marktteilnehmern der Zugang zum Netz der BNG über Rahmenverträge gewährt werden muss. Zunächst müssten Provider jedoch ihr konkretes Nutzungsinteresse an den Infrastrukturen anzeigen und mit Netcom Kassel in Verhandlungen eintreten, was bislang jedoch nicht der Fall war. Dementsprechend kann man derzeit das neue Hochgeschwindigkeitsnetz der Breitband Nordhessen GmbH nur als Kunde über die Netcom Kassel als Vertragspartner nutzen.

Zu Endkundenprodukten und Vertragsfragen wenden sich alle Interessenten bitte an den Netzbetreiber, die Netcom Kassel.

Wer ist der Netzbetreiber und wie kann ich die Dienste nutzen?

Jeder Bürger und Gewerbetreibende, der sich im Ausbaugebiet der Breitband Nordhessen GmbH befindet, kann nach Ausbau seines/ihres Ortsteils über die Netcom Kassel als Vertragspartner Kunde im Hochgeschwindigkeitsnetz der Breitband Nordhessen GmbH werden. Selbstverständlich sind beim Wechsel mögliche Kündigungsfristen Ihres alten Netzbetreibers zu berücksichtigen, allerdings bestehen hier Zwischenlösungen seitens des neuen Netzbetreibers. Im Falle eines gewünschten Wechsels zur Netcom Kassel, und somit auf das Hochgeschwindigkeitsnetz der Breitband Nordhessen GmbH, wird die Netcom Kassel nach Abschluss eines Vertrages die Kündigung bei Ihrem bisherigen Anbieter für Sie übernehmen. Ebenso wird sie, falls gewünscht, die Mitnahme Ihrer bestehenden Rufnummer (sogenannte Portierung) organisieren.

Die Netcom Kassel wird vor der Verfügbarkeit des Internetdienstes die Vermarktung der Anschlüsse starten und Informationsveranstaltungen in Ihrem Ort durchführen. Grundsätzlich empfehlen wir keine Kündigung des bestehenden Vertrages.

Wie finanziert sich der Netzausbau?

Die Breitband Nordhessen GmbH errichtet die passive Infrastruktur und vermietet diese an einen Netzbetreiber, um mit den Erlösen die Investitionen zu amortisieren. Die Investitionssumme wird als ein vom Land verbürgtes Darlehen bereitgestellt.

Was müssen Privatpersonen dafür zahlen?

Privatkunden-Tarife der Netcom Kassel

Was muss ein Unternehmen dafür zahlen?

Geschäftskunden-Tarife der Netcom Kassel

Was können Unternehmen tun, denen die Versorgungsraten nicht ausreichen oder die eine direkte Glasfaseranbindung wünschen?

Die Breitband Nordhessen (BNG) agiert im Namen der fünf nordhessischen Landkreise und hat den Auftrag ein FTTC-Hochgeschwindigkeitsnetz zu realisieren - im Prinzip das „Backbone-Netz“ bis zu den jeweiligen KVz im Ausbaugebiet. Die BNG erhält hierfür Fördergelder von der EU und vom Land, die aus Gründen des Beihilferechts auch nur in diesem Rahmen eingesetzt werden dürfen. D.h., das Netz der BNG darf nicht den direkten Kundenanschluss betreffen.

Gewerbebetriebe im Ausbaugebiet der BNG, die zwar von der KVz-Erschließung erfasst sind, denen die vorgenannten Datenraten für ihre unternehmerische Zwecke aber nicht ausreichen, können sich darüberhinausgehend von der Netcom Kassel individuell eine direkte Glasfaseranbindung ans Netz der BNG anbieten lassen. Eine entsprechende Vereinbarung ist dann allerdings bilateral zwischen dem Unternehmen und der Netcom Kassel als Netzbetreiber zu treffen, da sich der Infrastrukturausbau der BNG rein auf die Erschließung von KVz beschränkt. Das Kernnetz der BNG schafft hier Anbindungsmöglichkeiten, die ohne die Projektumsetzung nicht möglich wären.

Gleiches gilt für Gewerbebetriebe, die sich in einem (Gewerbe-) Gebiet befinden, das nicht an von der BNG ausgebaute Kabelverzweiger angebunden ist. Auch hier können betroffene Unternehmen über die Netcom Kassel direkte Glasfaseranbindungen an das BNG-Netz prüfen lassen. Entsprechende Vereinbarungen sind dann ebenfalls bilateral zwischen dem Unternehmen und der Netcom Kassel als Netzbetreiber zu treffen.

In Bezug auf Auskünfte zu Individualkundenprodukten wie direkte Glasfaseranbindungen wenden sich Interessenten bitte ebenfalls direkt an den Netzbetreiber, die Netcom Kassel Gesellschaft für Telekommunikation mbH, die entsprechende Angebote unterbreiten kann.